Nur wenige Kilometer südlich von Paderborn bietet der „Alte Pilgerweg“ die Gelegenheit, eine wunderschöne Tageswanderung durch idyllische Täler und eindrucksvolle Buchenwälder zu unternehmen. Höhepunkt des Rundwanderweges ist die kleine Kapelle „Zur Hilligen Seele“ in der Nähe von Borchen-Dörenhagen, seit mehr als 1000 Jahren ein Ort tiefgläubiger Kreuzverehrung und Ziel zahlreicher Pilger und Wallfahrer.
Der rund 19 km lange „Alte Pilgerweg“ (Abkürzung auf 15 km möglich) folgt in weiten Teilen den Spuren der Wallfahrer, die über die „Via Regia“, einer seit dem Mittelalter bestehenden Heer- und Handelsstraße, zur Hilligen Seele pilgerten. Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Haxtergrund, ein bei den Paderbornern beliebtes Naherholungsgebiet, das vom Ellerbach durchflossen wird.
Die Strecke führt zunächst am nördlichen Rand des Tals entlang zum „Stern“, einem Kreuzungspunkt
alter Wege. Von dort verläuft er weiter am Ellerbach entlang nach Schloss Hamborn. Durch das abgeschiedene Despental geht es hinauf an den nördlichen Rand des Altenautals. Ein kurzer Abstecher führt von dort zur barocken Kluskapelle St. Lucia. Weiter geht es durch herrlichen Buchenhochwald zum „Nonnenbusch“. Eine schöne Kastanienallee führt von der Kapelle „Zur Hilligen Seele“ hinab ins Tal und nach einem weiteren kurzen Anstieg ist alsbald der Ausgangspunkt wieder erreicht.
Der rund 160 Hektar große Waldpark Haxtergrund gehört zu den beliebtesten Naherholungsgebieten Paderborns. Herzstück des Waldparks ist das Ellerbachtal, das mit seinen steilen Hängen tief in den Kalkstein der Paderborner Hochfläche eingeschnitten ist. Der Ellerbach im Talgrund ist ein für diese Landschaft typischer Bachlauf mit temporärer Wasserführung: Im Sommer ist er meistens trocken, weil das Wasser in den Klüften des Kalksteins versickert. Zahlreiche Blütenpflanzen, darunter auch gefährdete und seltene Arten, bestimmen im Sommer das Bild auf den Wiesen im Tal. Sie sind wichtige Lebensräume für zahlreiche Tagfalter- und Heuschreckenarten.
Die Marienstatue wurde im Jahr 1882 von Carl von Droste-Hülshoff und seiner Gattin Pierrine zur Erinnerung an die Marienerscheinung in Lourdes aufgestellt. Dargestellt ist Maria als Himmelskönigin, deren Fuß die Schlange – das Sinnbild des Bösen – zertritt. Ihr Blick ist in Richtung auf die Kapelle „Hillige Seele“ gerichtet.
Die kleine Siedlung Schloß Hamborn geht auf einen Gutshof zurück, der im 19. Jahrhundert an dieser Stelle entstand. 1876 ging er von der Familie von Mallinckrodt auf die Familie von Droste über. Heute ist Schloß Hamborn im Besitz des gemeinnützigen Vereins „Schloß Hamborn Rudolf-Steiner-Werkgemeinschaft“. Nach den anthroposophischen Grundsätzen der Steiner’schen Lehre werden hier eine Schule mit Internat, ein Sanatorium, ein Altenheim, ein Hofgut mit eigener Käserei, eine Bäckerei, eine Gärtnerei, Werkstätten sowie ein Naturkostgeschäft und ein Café betrieben.
Westlich der heutigen Dörenhagener "Alten Kirche" errichtete Bischof Bernhard III. den heutigen Imbsenhof, der bald in das Eigentum des im Jahre 1229 bei der Gaukirche in Paderborn gegründeten Zisterzienser-Nonnenklosters überging. Die Zisterzienserinnen kauften 1236 vom Domkapitel die Rechte an der Neugründung Dörenhagens und erwarben nachfolgend hier größeren Grundbesitz, so auch die Güter des Domkapitels in Arthe (heute Ortsteil "Busch"). Der Name des Waldbezirks "Nonnenbusch" erinnert noch heute daran.
Die Heilige-Seele-Kapelle war früher das Ziel vieler Wallfahrer. Bereits um 1000 soll eine erste hölzerne Kapelle durch einen Steinbau ersetzt worden sein, der im Wesentlichen noch heute den Chorraum bildet. Um 1406 bat der Einsiedler Conrad, der in einer Klause bei der Kapelle lebte, den Paderborner Fürstbischof um einen Erweiterungsbau, der im 30-jährigen Krieg umgebaut wurde. Eine Legende berichtet, dass der hl. Meinolf dort, wo die Kapelle steht, eine heilige, mit Glorienschein umgebene Seele vom Himmel hinabsteigen sah. Eine andere Überlieferung erzählt, dass ein Schäfer an dieser Stelle in einem Dornbusch ein Kreuz von außergewöhnlicher Pracht gefunden habe. Ein angeblich wundertätiges Kreuz aus dem Mittelalter wurde hier tatsächlich Jahrhunderte lang verehrt - bis es 1972 gestohlen wurde. Es ist bis heute verschwunden. Der jetzige Kruzifix ist eine Nachbildung.
Ort: Paderborn, Borchen
Start/Ziel: Haxtergrund 16, 33100 Paderborn
Etappen: 1
Länge: ca. 19 km, Abkürzung auf 15 km möglich
| Niedrigster Punkt: | Höchster Punkt: | Gesamte Steigung: |
| 164 m (bei Schloß Hamborn) | 301 m (nahe Parkplatz Nonnenbusch) | 402 m |
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